Yamaha GT-2

Abbildung und Preisinfo Yamaha GT-2

Der folgende E-Piano-Test wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Gotthard Stolle.

Der GT-2 Digitalflügel von Yamaha kommt wie ein kleiner Stutzflügel aus demselben Hause daher. Seine etwas kleineren Längenmaße fallen bei erster Betrachtung zunächst gar nicht auf. Später dann, wenn man schon häufiger gespielt hat, fällt auf, wie wenig Platz der Flügel braucht.
Sitzt man vor dem Kasten und öffnet den Deckel, so erkennt man praktisch keinen Unterschied zu einem gleichwertig mechanisch funktionierenden Tasteninstrument. Ist man einen normalen Flügel gewöhnt, so muß sich das Auge des Spielers an die etwas geringere Corpushöhe anpassen, was aber mit keinen Schwierigkeiten verbunden ist.

Die Tasten laufen der herkömmlichen Tastatur eines Flügels identisch. Jede beliebige Spielfigur aus der bekannten Klavierliteratur ist bequem ausführbar. Seien es Triller, schwere Akkorde, schnelle Melodiepassagen: alles kein Problem. Die drei Pedale funktionieren einwandfrei und erzeugen die bekannten und gewünschten Effekte. Nachteilig gegenüber den herkömmlichen Tasteninstrumenten allerdings ist die Tatsache, dass, auch ein schon von anderen Digitalflügeln her bekanntes Phänomen, nicht die Möglichkeit besteht, mit schwingenden Saiten andere schwingende Saiten anzustoßen. Das mechanische Klavier, bzw. der Flügel, produziert hier eindeutig einen doch tieferen Raumklang – dann von Nachteil, wenn Klänge ganz bewusst ineinander laufen, wenn schnelle Akkordpassagen zur Überlagerung kommen, unterschiedliche Klangmuster gegeneinander gestellt, schnelle Melodiepassagen mit Pedal verwischt werden sollen. Dennoch ein hinnehmbares Manko.

Der Flügel offeriert dem Spieler drei zur Wahl stehende Raumklangmuster (Zimmer, kleiner u. großer Konzertsaal). Ich bevorzuge den gängigen Grundklang (Zimmer), weil dieser Grundklang keine Verfälschungen nach sich zieht. Was soll’s, schließlich steht der Flügel bei mir ganz normal im Wohnzimmer. Die anderen Klänge suggerieren ein Raumklima, in dem ich mich als Spieler nicht bewege, was mehr oder weniger befremdlich wirkt.

Gar nicht komisch, sogar sehr nachvollziehbar, ist das Problem der Lautstärkeregulierung. Vorab: Es ist kein Problem, so leise zu spielen, dass wirklich kein Zuhörer genervt werden muß. Die Lautsprecher können aber auch locker mit der Lautstärke eines Stutzflügels mithalten, wenn nicht sogar mehr.

Doch genau da liegt das Problem für den Spieler. Es ist nämlich ein himmelweiter Unterschied, ob ich über die Regulierung eher ein Kleinklavier, oder einen normalen Flügel imitieren möchte; denn in Abhängigkeit dazu entwickelt der Spieler seinen Tastendruck – je nach Erwartungshaltung. Wenn ich nämlich einen Flügelklang haben möchte, aber nur einen Klavierklang hergeregelt habe, drücke ich schlicht und ergreifend zu stark die Tastatur, mit der Folge, dass die Finger recht bald ermüden. Zur Lösung dieses Problems empfiehlt es sich, in den ersten Stunden des Kennenlernens immer dieselbe Lautstärke zu wählen. So wird man allmählich mit dieser Lautstärke, respektive mit diesem in der Vorstellung existierenden mechanischen Instrument, immer vertrauter und wählt den entsprechenden Tastendruck.

Ein Vorteil sogar gegenüber den herkömmlichen Instrumenten ist der mitgelieferte technische Schnikschnak. Aufnahmen sind eine wahre Freude, die Aufnahmequalität auch: Über ein Kabel das GT-2 mit, in meinem Fall, einem Computer verbinden, und fertig. Schnell, bequem, super Aufnahme, ohne Mikrophonprobe, ohne Rückkopplungsproblemen etc.

Weitere noch denkbare Klangexperimente, die gesamte Bandbreite der „Midi-Funktionen”, habe ich noch nicht probiert, wüsste aber nicht, was dabei schiefgehen sollte.

Zusammenfassung: Ich selbst habe in meinem Leben dutzende Klaviere und Flügel gespielt. Das GT-2 lohnt die Anschaffung und reicht allemal, um seine privaten Musikbedürfnisse aktiv befriedigend, sogar bei erhöhtem Musikeranspruch, umzusetzen. Das erste Digitalpiano überhaupt, dem ich dieses Prädikat verleihen würde.

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